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Martini - Singen

Am Martinstag am 10. November werden nach Einbruch der Dunkelheit die Straßen Ostfrieslands und vor allem im Harlingerland von Kindergruppen bevölkert, die von Haus zu Haus singend, teils mit bunten Laternen oder maskiert, um eine kleine Spende bitten.

Das Martinsfest hat eine lange Tradition und geht auf dem heiligen Bischof  St. Martin von Tours (316-397) zurück. Er wurde in Ungarn geboren und war bevor er mit 18 Jahren Christ und ein bedeutender Mann der Kirche wurde, schon mit 15 Jahren ein Ritter.  Die Legende erzählt davon, dass er einem frierenden Mann begegnete, dem er spontan die Hälfte seines Mantels abgab.

An seinem Jahrestag wurden bereits im Mittelalter Kirchenfeste gefeiert. Für die Friesen, die über St. Martin von Missionaren erfuhren, hatte der Martinstag außerdem als Abschluss eines Weide- und Wirtschaftsjahres und Beginn des Winterhalbjahres eine zusätzliche Bedeutung. Denn an diesem Tage waren Heuer, Pachten und Zinsen zu zahlen und vielfach wechselte auch das Gesinde.

An diesem Tage gab es bei den ausgiebigen Feiern als Festessen eine Martinsgans mit Braunkohl (Grünkohl) und reichlich Wein.

Von dem Martini-Singen wird in Ostfriesland erstmals in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts berichtet. Als erstes Lied nannte man "Sünder Martens Vögel, Kipp-Kap-Kögel". Man sagt, dass sich die Schulmeister im Ort eine kleine zusätzliche Gabe erbaten, indem sie mit den Kindern singend von Haus zu Haus zogen.

Den protestantischen Geistlichen passte der Bezug auf den katholischen Heiligen jedoch nicht und so hat man nach den 300-Jahrfeien der Reformation von 1817, diesen Tag zu einem Martin-Luther-Fest werden lassen.

Dies erklärt auch, dass bei den vielen Liedern und Gedichten einmal auf den heiligen St. Martin Bezug genommen wird (z. B. St. Martin war ein Reitersmann oder Sankt Martin, Sankt Martin) und dann wieder auf Martin Luther (Vor reichlich vierhundert Jahren oder Martinus Luther war ein Christ). Dazu gesellen sich auch viele plattdeutschen Laternenlieder wie: Mien lüttje Latern oder mit Kippkappkögel kom´n wie an.

Die Maskierten an diesem Tage bevorzugen in ihren Vorträgen meistens kleine Gedichte.

Die Gaben reichen heute über Süßigkeiten bis hin zu kleine Sach- oder Geldgeschenken.

 

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