Die Nordsee-ServiceCard (NSC) Umland benachteiligt Gäste aus dem Hinterland der Nordseebäder
Der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins Holtgast (HVV) befasste sich auf seiner jüngsten Sitzung mit zahlreichen Beschwerden seiner Vermieter bezüglich der Einführung der Nordsee-ServiceCard (NSC) Umland durch die niedersächsischen Nordseebäder. Hierzu werden aus der Samtgemeinde Esens neben Neuharlingersiel und Esens-Bensersiel auch Werdum gezählt. Diese NSC-Karte benachteiligt Binnenlandsgemeinden wie Dunum, Holtgast, Moorweg oder Stedesdorf, weil Urlauber aus diesen Orten den anderthalbfachen Preis der Küstenbadeorte zahlen sollen. Selbst bei Kurzaufenthalten werden den Gästen aus diesen Dörfern für diese Karte mindestens sieben Tagessätze abverlangt, egal ob Leistungen der Küstenbäder in Anspruch genommen wurden oder nicht.
Diese
Vorgehensweise kann nach Ansicht des HVV Holtgast nicht unwidersprochen
hingenommen werden. Die meisten Besucher von Binnenlandsgemeinden wie Holtgast
interessieren sich für einen Urlaub auf den Reiter- und Bauernhöfen oder
wollen ihre Freizeit individuell mit dem Fahrrad oder auf andere Weise
gestalten. Dafür brauchen sie in der Regel keine Kurkarten. Dazu kommen dann,
wenn die Küstenbäder belegt sind, zeitweilig weitere Besucher. An diese Gäste
hat der HVV Holtgast in
den letzten Jahren in Kooperation mit dem Kurverein Esens-Bensersiel Kurkarten (
2,50 € / Tag für Erw.) in der
Seit Einführung der NSC-Umland Karte in diesem Jahr besteht
dafür kein Bedarf mehr. Auf Nachfrage beklagten sich die Gäste immer wieder über
die unangemessene Kostenerhöhung für die Hinterlandgemeinden. Statt der nun
verlangten 26,25 € für einen Erwachsenen, egal ob er einen Tag oder eine
Woche bleiben möchte, bezahlen sie im Bedarfsfall lieber den Eintrittspreis für
den Strand, der übrigens für Einheimische und Gäste ohne NSC-Karte gleich ist.
Die Vermutung, dass dies von Urlaubern in anderen Gemeinden südlich von Esens
ähnlich gesehen wird, liegt nahe.
Nach dieser negativen Entwicklung kommt natürlich die Frage nach dem Sinn für die Einführung dieser Karte auf, mit der im Tourismus das sonst so gute Einvernehmen in der Samtgemeinde Esens gestört wird. Warum sollen die Ratsvertreter aus den Südgemeinden z.B. künftig für Förderungen von Maßnahmen an der Küste stimmen, wenn diese nur noch einseitig den dortigen Badeorten zu Gute kommen?
Zu den Errungenschaften der SG Esens gehörte bislang, dass alle Mitgliedsgemeinden, auch etwas abseits vom direkten Fremdenverkehr, gute Entwicklungschancen hatten. Dazu gehörte für die Bewohner auch kleine Nebenverdienstmöglichkeiten durch Vermietungen an Badegäste. Da es in den Dörfern Dunum, Holtgast, Moorweg und Stedesdorf nur relativ wenige Tourismusangebote gibt und Zertifizierungen, z.B. als anerkannter Erholungsort fehlen, besteht dort auch keine Handhabe für einen eigenen Kurbeitrag. Hier kann man als Ausgleich für die Nachteile durch die Entfernung zu den Strandbädern, bestenfalls mit einem Kostenvorteil bei den Übernachtungspreisen werben.
Dies ist den Verantwortlichen der Kurvereine an der Nordseeküste
offenbar ein Dorn im Auge. Mit der Abzocke durch die NSC-Umlandkarte für
Hinterlandgemeinden, gegen die sich diese noch nicht einmal wehren können, will
man offenbar bei der Gier nach immer mehr Vermietungstagen, diesen auch noch die
letzten Gäste abjagen. In diesem Zusammenhang muss für den Bereich der SG
Esens auch die Rolle des Samtgemeindebürgermeisters hinterfragt werden. Wie
kann dieser eigentlich seiner wichtigsten Verpflichtung, für alle Einwohner der
Samtgemeinde Esens gleichermaßen da zu sein, nachkommen, wenn er in seiner
zweiten Funktion als Kurvereinsvorsitzender von Esens-Bensersiel die Einführung
dieser NSC-Umlandkarte duldet oder fördert?
Der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins Holtgast e.V.
hat vor diesem Hintergrund in seiner letzten Sitzung beschlossen, dass künftig
in der hiesigen